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ProAktiv#01: Top Ten Games 2017

December 31, 2017

Zeit für etwas Neues! Eine nie dagewesene Idee! Ein Konzept so verrückt und riskant, dass sich noch niemand daran getraut hat, so etwas Derartiges zusammenzustellen. Niemand außer mir! Willkommen zu meiner persönlichen Top Ten Liste der Spiele 2017! Und nein – heute geht es, wie der Name vermuten lässt, mal ausnahmsweise größtenteils um aktuelle Spiele.
Aber keine Liste ohne Regeln, natürlich ebenfalls rein subjektiv von mir festgelegt. Erste Voraussetzung ist natürlich, dass ich den Titel ausreichend gespielt, aber nicht zwingend beendet haben muss. Faustregel wären 10 Stunden, aber das hängt ein wenig vom Umfang des Spiels ab. Der Titel muss nicht dieses Jahr erschienen sein, ich sollte ihn aber größtenteils dieses Jahr gespielt haben. Das geht meist Hand in Hand, aber nicht immer. Und ja, Remakes sind erlaubt, allerdings keine reinen Neuveröffentlichungen ohne irgendwelche Anpassungen. Klar soweit? Dann gleich mal in medias res, wie der Lateiner zu sagen pflegt.

 

#10: LEGO Batman 3 – Jenseits von Gotham (Xbox One)

 

 

Da haben wir gleich mal einen Streitfall. LEGO Batman 3 erschien nämlich bereits 2014 (!). Im diesjährigen Sommerloch hatte ich endlich Zeit, den Titel zu spielen. Wer mich kennt, weiß, dass ich für beide Franchises einen weichen Fleck im Herzen habe, es schien also nur logisch, mich diesem Titel mal genauer gewidmet zu haben. Zudem war ja auch im Frühjahr der LEGO Batman Movie im Kino, so dass das ganz gut zusammenpasste. Jetzt muss man vorab sagen, dass sich alle LEGO Spiele mehr oder weniger ähnlich sind. Man sammelt Steine, spielt durch eine Geschichte und schaltet nach und nach Figuren mit individuellen Eigenschaften frei zudem auch noch Fahrzeuge. Wer also gerne in Spielen sammelt, ist hier genau richtig. Da gibt es eine Menge. Nicht nur aus dem Batman Universum, sondern im Grunde aus allen DC Welten. Neben der Justice League und ihren Schurken auch eher unbekanntere Charaktere wie Lobo, Booster Gold, Duck Dodgers (Daffy Duck in Buck Rogers Verkleidung, der auch als Tourführer über die Planeten des Green Lantern Corps fungiert). Ihr seht schon, Comic Nerd Stuff und Fan Service deluxe!  Herausfordernd ist das nicht, aber gut zum Entspannen. Übrigens auch ein gutes Co-Op Spiel, das man mit unerfahrenen Gamern spielen kann. Insgesamt nicht wirklich besser oder schlechter als andere LEGO XY Spiele, aber wenn man was mit DC Comic Helden (nicht nur Batman) anfangen kann – ist ja auch das Jahr des Justice League Films gewesen – sicherlich ganz spaßig. Ich empfehle das Spiel im Original, da die Sprecher doch um einiges besser sind und es auch prominente Gastrollen wie Kevin Smith, Conan O’Brien und Adam West (der dieses Jahr verstorbene Batman aus der 66er Serie, sniff) gibt. Heimlicher Highlight Level ist dann auch der Bonus Level im Stile der 66er Serie inklusive aller klassischen Kostüme für Gegner und Verbündete der Fledermaus.

 

#9: Adventures of Mana (iOS)

 

 

Und der nächste Streitfall. Adventures of Mana stammt nämlich aus dem Jahre 2016. Das Remake von Mystic Quest auf dem Game Boy. Grafik, Musik, Übersetzung, vieles wurde überarbeitet, inhaltlich blieb das Spiel aber größtenteils gleich. Durch Zufall hatte ich vor einigen Monaten von der Existenz erfahren und es dann mal auf dem iPad angespielt. Die Touchscreen Steuerung per virtuellen Buttons und Steuerkreuz funktionierte erstaunlich gut, so dass ich doch recht schnell gefesselt war. Erschienen ist es auch für die PlayStation Vita, auf der es vermutlich besser zu spielen ist, aber die besitze ich nicht. Inzwischen wurde auch ein Nachfolger, das Remake des legendären Secret of Mana angekündigt. Dazu kommen wir wohl zwangsläufig 2018. Letztendlich war es dann auch der Auslöser für meinen Artikel über Mystic Quest hier auf der Seite. Daher verweise ich jetzt für Details einfach mal dorthin. Krasse Cross-Promotion!

 

#8: Batman – The Telltale Game – Season 2: The Enemy Within (Xbox One)

 

 

Wahrscheinlich ebenfalls etwas vorhersehbar. Ähnlich wie bei der Traveller’s Tales LEGO Reihe, gibt es seit einigen Jahren die Telltale Adventure Game Reihe für verschiedene Franchises, am bekanntesten wohl in der The Walking Dead Variante. 2016 erschien dann die erste Season zu Batman und brach mit einigen Konstanten im Batman Universum, da es die ein oder andere Figur neu interpretierte. Dieser interessante Weg wurde nun 2017 mit Season 2 fortgeführt. Die letzten beiden Episoden werden aber erst 2018 veröffentlicht. Auch wenn das Telltale Prinzip der unter Druck zu wählenden Dialogantworten, die sich auf das Verhältnis der Figuren untereinander (und sogar auf ihr teilweises Ableben) auswirken, inzwischen etwas Staub angesetzt hat, konnte mir der Dreh auf das Batman Universum neuen Schwung geben. Viele Dialoge werden als Bruce Wayne erlebt, als Batman löst man mit Detektivarbeit an Tatorten meist simple Rätsel und löst Kämpfe durch Quick Time Events (richtige Taste zur richtigen Zeit drücken). Das alles steht und fällt mit der Geschichte und da ist der verworrene Plot um den Riddler, einen weißhäutigen Arkham Insassen namens John Doe und Amanda Waller (Suicide Squad) sehr spannend. Ich spiele die Episoden meist direkt am Erscheinungstag durch. Gibt es für die gängigen Konsolen sowie Windows.

 

#7: Cuphead (Xbox One)

 

 

Jetzt wird es interessant. Cuphead ist eines der auffälligsten Spiele 2017 und für viele der beste Xbox One Exklusivtitel. Sofort sticht einem die überragende Optik im Stile alter Cartoons der 30er Jahre ins Auge, dazu kommt ein Ragtime-lastiger Soundtrack teilweise auch mit Barbershop Gesang. Aber man darf sich von der Optik nicht täuschen lassen, Cuphead ist ein knüppelharter Jump n‘ Shoot, am ehesten vergleichbar mit Mega Man bzw. Mega Man X. Cuphead und sein Kumpel Mugman haben im Casino des Teufels ihre Kohle verzockt und müssen nun, um ihre eigenen Seelen zu retten, als Schuldeneintreiber für den Teufel arbeiten und die Seelen anderer einsammeln, die ihm allerhand skurille Gestalten noch schulden. Das Spiel hat dadurch einen großen Fokus auf Bosskämpfen, die allesamt grandios inszeniert sind. Dazwischen gibt es später in der Entwicklungszeit hinzu gekommene Sprungpassagen zum Auflockern und zum Verdienen von Währung, um Cuphead im Shop mit besseren Items auszustatten. Warum ist Cuphead also nicht weiter oben gerankt? Nun, spielerisch ist der Titel okay, aber nicht überragend. Die Bosskämpfe sind super, die normalen Level aber nur mäßig designt. Im Grunde immer ein langer Korridor mit Feinden und ein paar Sprüngen. Die haben mich doch etwas gelangweilt und man merkte ihnen an, dass sie später hinzukamen. Der Schwierigkeitsgrad kann frustrieren, auch wenn das Scheitern lediglich mit der Wiederholung des Levels/Bosskampfes von Anfang an (keine Savepunkte mittendrin) bestraft wird. Wer sich für den Stil interessiert und sich auch nicht vor einem härteren 2D Spiel fürchtet, der darf mal reingucken.
Durchgespielt habe ich es noch nicht, zur Zeit des Artikel bin ich in der dritten Welt, aber ich denke, ich habe genug Zeit für ein Urteil reingesteckt.
 

Ich empfehle auch mal einen Blick auf meine erste Stunde mit dem Spiel zu werfen, in der es Scheitern, aber auch ein paar Skills zu bewundern gibt.

 

#6: South Park – The Fractured But Whole (Die Rektakuläre Zerreissprobe) (Xbox One)

 

 

2015 überzeugte der Vorgänger South Park – The Stick of Truth als Rollenspiel light im South Park Universum. Von Spielprinzip und Optik kommt es wohl Nintendos Paper Mario Reihe am nächsten, zusätzlich versehen mit dem tiefschwarzen South Park Humor. Auch wenn Teil 2 meinem Gefühl nach etwas zahmer daherkommt. Beiden Spielen merkt man aber an, dass Die South Park Schöpfer Matt Stone und Trey Parker direkt involviert waren, nicht nur wegen aller Originalstimmen (sogar im Deutschen). Spielerisch werden Kämpfe gegen Sechstklässler, Stripperinnen, Landstreicher oder Hinterwäldler immer noch rundenbasiert, nun aber auch positionsbasiert, also eher Richtung Strategie-Rollenspiel (light), ausgetragen. Dieses Mal spielen die Kinder Superhelden, so dass der Titel natürlich voll von Comicanspielungen ist. Cartman ist The Coon, eine Art Batman, der an Krücken gehende Jimmy ist ein Speedster wie The Flash, Timmy im Rollenspiel ein Telepath wie Professor X usw. Die Stadt selbst ist dem Vorgänger recht ähnlich, es gibt auch einige Dinge zu entdecken. Alles nicht so groß wie in richtigen Rollenspielen, aber ganz spaßig für zwischendurch. Wichtige Voraussetzung: man muss den South Park Humor mögen. Dann ist es sicherlich eines der witzigsten Spiele dieses Jahres.

 

#5: Metroid – Samus Returns (3DS)

 

 

Noch ein Titel, der mich zu einem Artikel hier auf der Seite inspiriert hat. Letzten Sommer kündigte Nintendo aus dem Nichts ein Remake des zweiten Teils vom alten Game Boy für den Nintendo 3DS an. Das erste 2D Metroid seit über 5 Jahren und es enttäuschte nicht. Zwar eingeschränkt durch die Story-Prämisse, dass Samus Aran die verbliebenen 39 Metroids auf deren Heimatplaneten ausrotten soll, durchsucht man Höhlenlabyrinthe und findet wie üblich Erweiterungen und Items, durch die man in neue Abschnitte gelangen kann. Nicht umsonst haben diese Spiele die Genrebezeichnung Metroidvania erhalten, die Reihe hat das Konzept in diese Form gegossen. Die Optik des 3DS Teils mit ihrem 2,5D Look hätte mir mit klassischen 2D Sprites sicherlich noch besser gefallen, auch die eher Ambiente-Sound Untermalung wäre zu Gunsten eines richtigen Soundtracks zu vernachlässigen gewesen, insgesamt ist es aber ein rundes Spiel. Es gibt einiges zu entdecken, auch einige Überraschungen, wenn man das Original kennt, und es ist das wohl umfangreichste 2D Metroid bisher. Der Schwierigkeitsgrad erweist sich auch als angemessen hoch (der verdammte Bohrer gegen Ende!), die späteren Bosse verlangen einem – wie es sich für die Reihe gehört – wirklich alles ab. Es fehlt aber dennoch ein wenig das Epische, das Gewaltige eines Super Metroids oder von Zero Mission. Trotzdem ein klar zu empfehlender Titel, wenn man Metroid mag bzw. das Metroidvania Spielkonzept. Auch hier verweise ich gerne auf meinen Artikel zum Original hier auf der Seite.

 

#4: Final Fantasy XV (Xbox One)

 

 

Ja, technisch gesehen ist es bereits Ende 2016 erschienen, gespielt habe ich es aber erst Anfang 2017 und durchaus eine Menge Stunden reingesteckt, bis dann die Switch mit einem gewissen anderen Titel kam… Anyway, nach dem absoluten Desaster Final Fantasy XIII (ich hasse diesen Titel vom ganzen Herzen), besann sich Square Enix‘ Reihe ein wenig mehr auf ihre Wurzeln zurück (Teil XIV ist ein Online-Rollenspiel und bietet keine klassische Solo-Geschichte). Und die liegen inzwischen auch 30 Jahre zurück. Fast ähnlich lange dauerte die Entwicklung von Teil 15, da gab es hinter den Kulissen wohl reichlich Dissonanzen. Anzumerken ist das dem Spiel hier und da, doch bekommen Freunde japanischer Rollenspiele und Final Fantasys hier einen echten Brecher. Eine große, ja man kann sagen Open World mit Einschränkungen, deutlich weniger Linearität, eine interessante Geschichte, sympathische Charaktere, dazu beeindruckende Optik und Musik. Final Fantasy macht sehr vieles richtig, aber nicht alles. Das Kampfsystem ist interessant, aber den absoluten Tiefgang bietet es nicht. Auch durch die Entscheidung, für Levelupdates stets Zelten bzw. ins Hotel zu müssen, wird der Erkundungstrip und allgemeine Flow des Spiels doch etwas unterbrochen. Zudem hat man mitunter das Gefühl, dass vielleicht fast zu viele Ideen verbraten wurden. Zumindest wurden nicht alle Ideen immer zu einem guten Ganzen vereint, sondern fühlen sich aufgesetzt an, wie z.B. das Fischen, das ganze Fahrzeug Tuning, aber teilweise auch der umständliche Aufbau der Nebenmissionen. Kurz: das Spiel macht viel richtig und ich schätze es sehr. Eine absolute Begeisterung wollte sich bei mir aber nicht einstellen, da haben mich Titel wie The Witcher 3 oder auch die Teile der Xenoblade Reihe als RPGs in den letzten Jahren doch mehr gepackt. Empfehlen kann man Final Fantasy XV aber allemal.

 

#3: Thimbleweed Park (Xbox One)

 

 

Das ist sicherlich eine kontroverse Wahl. Nicht jeder war so begeistert wie ich von Thimbleweed Park. Nach über 20 Jahren produzierte Monkey Island Schöpfer Ron Gilbert zusammen mit Art Director Gary Winnick (Maniac Mansion, Monkey Island etc.) via Kickstarter finanziert ein Point and Click Adventure im Stile alter LucasArts Spieke wie die bereits genannten. Optisch vor allem an die frühen Teile wie Maniac Mansion oder Zak McKracken angelehnt, startet das Spiel mit einem Mord in der titelgebenden Kleinstadt, den ein Duo von FBI Ermittlern aufzuklären versucht. Dabei trifft man nach und nach auf weitere skurrile Gestalten und deren Geschichten. Die Rätsel sind so abgedreht und logisch, wie man es kennt. Auch der Wechsel zu weiteren Figuren im Verlauf lässt das ganze frisch erscheinen. Damit zusammen ergibt sich natürlich auch die Schwäche dieser Spiele. Denn weiß man nicht weiter, dann geht das Spiel auch nicht weiter und es tut gut, sich etwas Abstand zu gönnen. Als Veteran der alten LucasArts Titel hatte ich diese Momente aber nur wenig, vom Schwierigkeitsgrad her fand ich es in Ordnung. Ein großer Kritikpunkt sind die diversen Anspielungen an klassische Adventures. Die wurden so sehr kritisiert, dass sogar ein Patch eingeführt wurde, mit dessen Hilfe man im Optionsmenü einige Dinge ausschalten konnte. Welch Frevel! Es geht doch gerade bei so einem Titel darum, sich an die alten Sachen zurück zu erinnern. Der Humor ist klasse, die Geschichte geheimnisvoll genug, dass man wissen möchte, was dahintersteckt (ich persönlich fand das Ende gut, aber auch da gehen die Meinungen auseinander). Die schöne Optik hatte ich schon erwähnt, auch musikalisch unterhält der Noir-Soundtrack, dazu gute, englische Sprecher. Und die deutschen Untertitel von Ex-Spieleveteran und Original Monkey Island Übersetzer Boris Schneider (-Johne) sind dann noch ein Bonus für alle Nostalgiker. Inzwischen ist der Titel für alle Konsolen, auch Switch, sowie Windows, Android, iOS und Mac verfügbar. Es gibt also keine Ausreden!

 

#2: Super Mario Odyssey (Switch)

 

Zwei Plätze sind noch übrig, tja, wer die wohl einnimmt? Ein enges Rennen um Platz 1, ein Kampf, den Nintendo dieses Jahr nur mit sich selbst austragen musste. Zwei der größten Videospiel-Franchises kehrten mit neuen A-Listen Titeln zurück und katapultierten sich in ihren jeweiligen Genres an die Spitzenpositionen. Was für eine Leistung!
Super Mario Odyssey ist der neueste 3D Mario Teil und er macht verdammt viel richtig. Denn auch wenn die Vorgänger zuletzt wie Super Mario 3D World (WiiU) und Super Mario 3D Land (3DS) durchaus zu gefallen wussten, so versuchten sie doch auch sehr stark die Mario Titel zu linearisieren, jeder Level war mehr oder weniger eine Reise von A nach B. Ein Rückschritt gegenüber Klassikern wie Mario 64 oder auch Super Mario Galaxy, die wesentlich freiere 3D Welten boten. Doch Super Mario Odyssey kehrt zu offeneren 3D Welten zurück (mit kleinen 8Bit 2D Sequenzen eingestreut). Diesmal gibt es Monde zu finden. 880 (!!), wenn man denn alle in den Levels suchen möchte, wie es ihr geschätzter Autor natürlich vollbracht hat. Im spieleigenen Laden kann man dann sogar noch weitere bis zur Zahl 999 kaufen, was aber recht witzlos ist. In den einzelnen Hub Leveln sind dann auch unzählige Monde versteckt und man stolpert an jeder Ecke darüber. Ein simples Erfolgsrezept: auf das Erkunden folgt eine Belohnung, meist ein Mond. Und immer so weiter! Dabei gibt es einige der verrücktesten Szenarien, die Mario je gesehen hat, das City-Land mit Bürgermeisterin Pauline (Seine erste Damsel in Distress aus dem ersten Donkey Kong) sei exemplarisch genannt.

Dabei bietet das Spiel auch etwas für jeden. Denn zum Beenden sind deutlich weniger Monde als die verfügbaren 880 Stück vonnöten. Folgt man der „Handlung“ – soweit man davon bei Mario sprechen kann – braucht man vermutlich nicht einmal ein Viertel. Wobei das Spiel nach dem Beenden der Geschichte eigentlich erst richtig losgeht, viele Monde sind erst hinterher verfügbar. Nintendo erschlägt einen geradezu mit Content. Es ist sicherlich das größte, umfangreichste Mario bis zum heutigen Tag und hat mich auf der Reise zu den 880 Monden gut 50 Stunden gefesselt. Einzig nervig sind die Monde, die an gewisse Rekorde bei Minispielen gebunden sind (100 Seilchensprünge am Stück!!!), das hat Zelda besser gelöst, wo diese Spiele optional sind und nicht nötig, um wichtige Inhalte zu erhalten. Super Mario Odyssey ist ein Meisterwerk, auch audiovisuell. Das optisch hübscheste Mario aller Zeiten, dazu bietet die Super Mario Big Band einmal mehr einen tollen Soundtrack inklusive gesungenen Titellied. Aber warum reicht es nicht zu Platz 1? In vielen anderen Jahren wäre wohl kein anderes Spiel an Odyssey herangekommen, aber dieses Jahr gab es Zelda. Und während Mario fantastisch ist, so erfindet sich die Reihe nicht neu. Es ist nur eine Evolution. Die Revolution fand sich bei Zelda, dazu gehört bei solch einem Franchise eine Menge Mut. Und wenn so etwas erfolgreich gelingt, dann muss das gewürdigt werden.

 

#1: The Legend of Zelda – Breath of the Wild (Switch)

 

 

Hier ist die Nummer 1. Und das ist keine Überraschung! Ich hatte es gerade schon eingeleitet. Dieses Jahr führt kein Weg an Zelda vorbei. Denn zum Start ihrer neuen Konsole Switch hat sich Nintendo gleich mal ein neues Zelda gegönnt, aber hierbei handelt es sich nicht einfach um eine weitere Fortsetzung der Reihe, sondern hier wurde das Zelda-Spielkonzept grundlegend überdacht, angepasst, teilweise sogar revolutioniert. Herausgekommen ist vermutlich eines der großartigsten Videospiele aller Zeiten. Hands down! Ja, es ist wirklich so gut.
Zelda goes Open World. Ein erst einmal naheliegender Schritt, gerade nach dem letzten 3D Hauptteil auf der Wii, Skyward Sword, der doch zu Zeiten von Spielen wie GTA, Skyrim oder Red Dead Redemption seltsam klein und linear wirkte. Und das, wo das allererste The Legend of Zelda von 1986 doch im Grunde die offene, non-lineare Spielewelt erfunden hatte. Und so besitzen der neueste und der älteste Teil der Reihe doch mehr Parallelen, als man zunächst annehmen mag. Der letzte Teil auf dem 3DS, A Link Between World, hatte mit seiner freien Dungeon-Reihenfolge und den Ausleih-Items schon angedeutet, wohin die Reise geht. Bei BofW werden die klassischen Items größtenteils komplett über Bord geworfen. Kein Enterhaken, kein Krafthandschuh oder keine magische Flasche.

 

Dafür gibt es alle relevanten Funktionen in den ersten 2-3 Spielstunden, danach hat man alles, um in der Welt des Spiels voran zu kommen. Wohin man geht, was man macht? Einem selbst überlassen! Erkunden ist Trumpf! Und hierbei gibt es eine Mechanik, die andere Open World Spiele in der Form nicht besitzen. Denn Zeldas Erkunden findet nicht nur horizontal in den wirklich gigantischen Weiten eines vom Krieg gezeichneten Hyrules statt, sondern auch vertikal. Link kann auf jeden Baum, jeden Berg, jedes Gebäude hochklettern. Eingeschränkt durch seine Ausdauer, die sich im Laufe des Spiels erweitern lässt, kann auch der höchste Berg am Horizont bis zu seiner Spitze bekraxelt werden. Und jede Aktion wird belohnt. Auf jeder Spitze, jedem Felsvorsprung, jedem Baum wartet mal eine kleine, mal eine größere Belohnung. Sei es Geld, Korok-Samen für wichtige Updates oder neue Ausrüstung. Überall gibt es etwas zu finden. Und das ist auch nötig, denn Waffen, Schilde und Bögen (Nun auch neuerdings mit Offensiv- und Defensivwerten) zerbrechen nach einiger Zeit. Auf dem Papier sicherlich kein Spaß versprechendes Konzept, aber wichtig, damit Spieler nicht einfach Kämpfen ausweichen, sondern ständig ihre Ausrüstung erneuern müssen und so zum Erkunden eingeladen werden. Dabei gibt es aber mehr als genug, so dass man doch meist überlegen muss, welche Items man aus dem zwar erweiterbaren, aber begrenzten Waffen-Inventar vielleicht liegen lässt. Dies belastet das Ergebnis aber tatsächlich nicht, sondern macht es interessanter.

Das Schöne beim Erkunden ist aber, anders als man es von anderen Open World Titeln gewohnt ist, dass die Karte zu Beginn leer ist und vom Spieler selbst mit Symbolen und Inhalten gefüllt werden muss. Durch das Beklettern von Türmen wird eine Abschnittkarte frei gegeben und man kann sich auf die Suche nach den sogenannten Schreinen machen. Diese sind kleine Dungeons, meist um eine bestimmte Idee herum gebaut. Davon gibt es (DLC ausgenommen) 120 Stück zu finden und natürlich mag man nicht aufhören, bis man alle gefunden hat. Diese Schreine zusammen mit den vier Titanen (minus DLC erneut), die etwas größer als die Schreine sind, und dem Finale ersetzen die klassischen Zelda Dungeons mit Karte, Kompass und Schlüsseln. In der Summe bieten sie aber deutlich mehr Content, trotzdem – wenn es einen Punkt gibt, den man noch verbessern könnte, dann würde ich mir noch 3-4 klassische Zelda Dungeons wünschen. Doch dieses Spiel findet an der Oberfläche in den gigantischen Weiten Hyrules statt. Man muss es wirklich selbst erlebt haben, um die Faszination der Welt mit ihren Wäldern, Steppen, Dörfern und ihren Bewohnern, Gebirgen, Wüsten, Seen, Meeren und Inseln richtig schätzen zu können. So ein schönes, riesiges, faszinierendes Zelda hat es noch nicht gegeben. Dabei schafft es Zelda gleichzeitig neu zu wirken und dennoch ist es immer noch Zelda. Sei es durch die vielen schrulligen Bewohner Hyrules oder das Reiten durch die Steppen. Optisch ist die Welt wunderschön, auch hier hat es noch kein hübscheres Zelda gesehen und auch die Sounduntermalung ist toll. Man wird nicht genervt durch ein dauerhaftes Thema, das auch in Stunde 200 noch läuft (ich habe inkl. DLC 230 Stunden im neuen Zelda verbracht), sondern die Natur, der Wind, dazu kurze Pianoklänge. Herrlich! Und die Musik im finalen Dungeon ist eines der großartigsten Stücke der Zelda-Geschichte.
Ich könnte noch stundenlang über BotW schreiben. Das Spiel sei jedem ans Herz gelegt, der Zelda mag oder Open Worlds (oder beides). Hierbei handelt es sich um einen Meilenstein und ein Meisterwerk. Jeder sollte es mal gespielt haben. Aber WiiU oder Switch ist es verfügbar. Kaufbefehl!

 

 

 

So, das waren meine zehn Topspiele 2017. Natürlich subjektiv und darauf beschränkt, was ich tatsächlich ausreichend genug spielen konnte. Interessant wäre aber vielleicht noch die Frage, welche Titel es nicht ins Ranking geschafft haben. Hier also noch ein paar Worte zu den Verlierern und warum.

 

 

  • 1,2 Switch (Switch)
    Nintendos Versuch, ein neues Wii Sports zu schaffen. Hat nicht geklappt, ziemlich belanglos, hätte man der Switch gratis beilegen sollen. Zum Glück ist die Konsole auch ohne erfolgreich.

  • Ultra Street Fighter II (Switch)
    Street Fighter II für Switch, Neuerungen sind an einer Hand abzählbar, aber im Zweispielermodus natürlich unterhaltsam.

  • Super Bomberman R (Switch)
    Hier gilt im Grunde das gleiche wie bei Street Fighter. Der Solomodus konnte mich bisher noch nicht reizen, ist üblicher Bombermankram. Der Mehrspielermodus ist aber gewohnt super.

  • Mario Kart 8 Deluxe (Switch)
    Das beste Maria Kart aller Zeiten erhält zusätzlich noch einen Battle Mode. Pflichtprogramm, keine Frage, aber gehört trotz Wiederveröffentlichung auf Switch nicht in eine Top Ten von 2017, dafür spielt man es schon zu lange.

  • Mega Man Legacy Collection 2 (Xbox One)
    Beinhaltet die Classic-Teile 7-10. Allerdings ohne Neuerungen. Theoretisch habe ich die alle schon gespielt, aber es ist halt nichts Neues.

  • Disney Afternoon Collection (Xbox One)
    Beinhaltet die Capcom NES Klassiker Duck Tales 1 & 2, ChipnChap 1&2, Cpt. Balu und Darkwing Duck. Alles empfehlenswert, aber eben nichts Neues.

  • FIFA 18 (Xbox One)
    Das diesjährige FIFA und ich werden nicht warm. Verschlechterungen bei KI und Passspiel. Ich habe wirklich erstaunlich wenig Spaß damit, trotz 4K und allem. Ich glaube das wird nichts mehr dieses Jahr.

 

 

Und dann gibt es noch eine Auswahl an Titeln, die an- oder wieder gespielt habe, die aber nicht aus Qualitäts-, sondern aus Zeitgründen fehlen.

 

  • Stardew Valley (Xbox One)
    Eine moderne Interpretation des 16Bit Farm Klassikers Harvest Moon. Sieht super aus, ich hatte aber noch keine Zeit dafür.

  • Xenoblade Chronicles 2 (Switch)
    Jetzt gerade an Weihnachten erst begonnen, begeistert mich der neueste Teil der japanischen Rollenspielereihe auf jeden Fall schon, zeitlich wird er mit Sicherheit in meiner 2018er Top Ten auftauchen, gefällt mir sehr gut, wird mich die nächsten Wochen noch beschäftigen.

  • Sonic Mania (Switch)
    Ein neues 2D Sonic. Spielt sich super authentisch, aber ich hatte noch keine Zeit dafür.

  • The Witcher 3 – Wild Hunt (Xbox One)
    Ich liebe dieses Spiel von 2015 wirklich und habe es auch dieses Jahr für mehrere Wochen gespielt. Eines Tages werde ich es auch beenden. Eines der besten Rollenspiele der letzten Jahre.

  • I am Setsuna (Switch)
    Ein klassisches 2D 16Bit RPG von Square. Sieht gut aus, aber keine Zeit.

  • Dragon Quest VIII (3DS)
    Same here, in dem Fall 32Bit.

 

So, das war ganz schön viel Spielerei dieses Jahr. Die Retrotitel mal nicht eingerechnet, wobei ich es da gar nicht geschafft habe, einen Retrotitel zu spielen, den ich noch nicht kannte.

Und da ja nun auch das erste halbe Jahr dieser Seite zu Ende geht, freue ich mich ganz besonders mal über etwas Feedback. Seid nicht scheu! Bis dahin wünsche ich ein schönes und erfolgreiches Jahr 2018!

 

 

 

P.S.:

Weil Ihr alle so brav wart, gibt es jetzt sogar noch meine Film- und Serienrankings 2017. Aber wirklich ganz knapp:

 

 

Filme:

 

  1. Star Wars – The Last Jedi (3D, Kino)
    Alte Zöpfe abgeschnitten. Großes Kino! Audiovisuelle Referenz! Spitze!

  2. Thor 3 – Tag der Entscheidung (3D, Kino)
    Hommage an Flash Gordon und die 80er. Sehr humorvoll und unterhaltsam! Bester Marvelfilm 2017! Und der erste wirklich kurzweilige Film der Thor-Reihe.

  3. Guardians of the Galaxy 2 (3D, Kino)
    Ebenfalls spaßig. Gelungen! Besser als Teil 1!

  4. Wonder Woman (3D, Kino)
    Wenigstens ein guter DC Film. Fish out of Water, Amazonen, Gal Gadot. Braucht man mehr?

  5. Spiderman – Homecoming (3D, Kino)
    Der Name ist Programm. Sympathischer, neuer Spiderman, dazu Michael Keaton als Vulture und die Einführung Spidermans ins Marvel Universum.

  6. The Accountant (Blu-ray)
    Von 2016, sehr guter Actionthriller über einen autistischen Buchhalter/Auftragskiller mit Ben Affleck.

  7. Logan (4K Blu-ray)
    Ins Kino hatte ich es leider nicht geschafft. Hugh Jackman und Patrick Stewart noch einmal final in ihren X-Men Rollen. Überraschend brutal, aber auch emotional und unterhaltsam.

  8. The LEGO Batman Movie (3D, Kino)
    Nicht so gut wie der LEGO Movie, aber spaßig. Allerdings nur im Original. YouTuber Gronkh als deutscher Sprecher des Jokers ist eine Frechheit!

  9. The Founder (Blu-ray)
    Durchaus kritisches Drama (nach einer wahren Begebenheit) über die McDonalds Gründung. Michael Keaton einmal mehr überragend.

  10. Magical Mystery (Kino)
    Die Verfilmung von Sven Regeners Roman zu Karl Schmidts Eskapaden zur Technozeit der 90er. Herrlich!

 

Ja, Justice League hat es nicht geschafft. DC Comics Kinozukunft ist für mich offener denn je – trotz Wonder Woman. Knapp gescheitert hingegen „Jürgen“ von Heinz Strunk, der im TV lief und das gleichnamige Buch verfilmte. Sehenswert!

 

 

Serien (nach dem Gedankenstrich jeweils die geschaute Staffel:

 

  1. Stranger Things – S2
    Größer, spannender, besser. Herausragende Mysteryserie und 80er Hommage.

  2. Westworld – S1
    Roboter in einem futuristischen Western-Freizeitpark entwickeln ein eigenes Bewusstsein. Plus: Anthony Hopkins. Wahnsinnig gut!

  3. Game of Thrones – S7
    Es geht dem Ende entgegen, Handlungsstränge kommen zusammen, die Ereignisse kamen Schlag auf Schlag. Sehr intensiv!

  4. Star Trek Discovery – S1
    Bisher nur zur Hälfte veröffentlicht. Frischer Wind im Star Trek Universum mit mehr horizontaler Erzählweise. Sehr düster, auf höchstem Niveau produziert!

  5. Sherlock – S4
    Die vielleicht finale Season zieht nochmals alle Register. Tolles Niveau, tolle Darsteller.

  6. Rick & Morty – S3
    Wird immer besser und besser. Pickle-Rick! McDonalds Szechuan Sauce! Großartig!

  7. Silicon Valley – S4
    Gefällt auch in Staffel 4 immer noch. Die Techbranche ist ja auch beruflich mein Zuhause, sehr spaßig. The Box!

  8. Better Call Saul – S3
    Beste Staffel bisher. Die Einführung von Gus, die Gerichtsverhandlung mit seinem Bruder. Tolle Momente, fällt zum Ende hin aber etwas ab.

  9. Gotham – S2
    Wird immer besser, mit einer Menge Anspielungen für Batman Fans. Dazu viel Gangsterkram.

  10. The Flash – S2
    Ähnlich wie Gotham etwas Superhelden Fast Food. Aber kurzweilig und sympathisch, gerade mit Zeitreisen und anderem Sci-Fi Kram.

 

Und auch hier noch mal der Blick. Wer hat es nicht geschafft? The Walking Dead - Staffel 8, ein super Midseason Finale reicht nicht für die Liste, vielleicht bekommt die zweite Hälfte den Erzählrhythmus ja besser hin. Die Serie hat ihren Zenit aber wohl hinter sich.
Die Marvelserien haben mich 2017 alle nicht nachhaltig begeistert, Iron Fist oder Defenders hatten wirklich Längen. Punisher habe ich noch nicht gesehen. Aber auch Arrow (S5) und Legends of Tomorrow (S1) bei DC waren nicht immer überzeugend. Castlevania, Veep (S6), Mr. Robot (S2), 4Blocks und Jerks fand ich alle ganz gut. Aber es konnte ja nur 10 geben.

So, das war es jetzt aber endgültig! Ciao!

 

Hinweis: die gezeigten Bilder des Spiels stammen alle von www.mobygames.com

 

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